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Lumbaler Bandscheibenprolaps
Copyright by Dr.med.Roland Tenbrock Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Ischias“ oder„Lendenwirbelsäulen-Bandscheibenvorfall“ genannt. Es handelt sich um eine im mittleren Lebensabschnitt auftretende Erkrankung der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Vorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus). Eine unfallbedingte Zerstörung einer Bandscheibe ist sehr selten. Das verlagerte Bandscheibengewebe komprimiert eine (oder mehrere) Nervenwurzeln und verursacht dadurch Schmerzen und ggf. neurologische Ausfälle. 20-30% der Gesamt-bevölkerung sind davon betroffen. Am häufigsten betroffen (ca. 80 %) sind die beiden unteren Bandscheibensegmente L4/5 und L5/S1. Erste körperliche Beschwerden können schon ab dem 20.Lebensjahr auftreten. Erkrankungsgipfel: 30.- 45.Lebensjahr. Weitere Schmerzsyndrome durch die Wirbelsäulenfehl-stellung können auch später noch auftreten. Therapie: Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur, Korrektur der Fehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Massagen, Wärmeanwendungen (Fango/Heißluft), Elektrotherapie, gezielte Injektionen oder Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Gymnastik, Pilates, Rückenschule, Schwimmen, Yoga, etc.). Prognose: Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (Ø = 3 - 6 Monate). Beschwerdelinderung durch Retrahierung des Prolaps und Volumenabnahme durch Vernarbung oder Ausweichen der Nervenwurzel im knöchernen Foramen. Schwere Verlaufsformen (Cauda-Syndrom, Blasen-, Mastdarmstörungen) sind selten. Nur in wenigen Fällen (ca.10%) ist eine Bandscheibenoperation (Nucleotomie, interlaminäre Fensterung, Sequesterentfernung, Kombination einer dorsalen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume, ggf. mit einer Stabilisierung, Titancage-Interposition, Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe) notwendig.
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